Sehenswürdigkeiten

Burgen und Schlösser im Mansfelder Land

Burgen und Schlösser im Mansfelder Land: Schloss Mansfeld, Seeburg, Friedeburg, Bornstedt, Humboldt-Schloss und Oberwiederstedt (Novalis) im Überblick.

Foto: Jörg Blobelt / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Burgen und Schlösser im Mansfelder Land erzählen die Geschichte einer Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte vom Kupferschieferbergbau, von Adelsgeschlechtern und von Martin Luthers Kindheit geprägt wurde. Zwischen Harz und Halle (Saale) reihen sich Grafensitze, Burgruinen und Museumsschlösser aneinander, die sich gut zu einer Tagestour verbinden lassen. Wir geben dir einen Überblick über die schönsten Ziele und was dich dort erwartet.

Welches ist das bekannteste Schloss im Mansfelder Land?

Das wohl bekannteste ist Schloss Mansfeld in der Lutherstadt Mansfeld, der ehemalige Stammsitz der Grafen von Mansfeld. Die weitläufige Renaissance-Anlage thront über der Stadt und ist eng mit Martin Luther verbunden, der seine Kindheit in Mansfeld verbrachte. Heute wird das Schloss als christliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt und vom Förderverein Schloss Mansfeld getragen. Im Wachturm gibt es ein Schlosscafé mit einer kleinen Ausstellung zur bewegten Geschichte der Burg, und Gruppen können Schlossführungen und Rallyes buchen.

Wer sich für die Lutherzeit interessiert, kombiniert den Besuch gut mit den Stationen in der Region. Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren und starb dort am 18. Februar 1546. Die Luthergedenkstätten gehören seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zur Lutherstadt Eisleben.

Was hat es mit Schloss Seeburg am Süßen See auf sich?

Schloss Seeburg liegt malerisch am Ufer des Süßen Sees, dem mit rund 250 Hektar größten natürlichen Gewässer der Region. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg im Hassegau zurück. Seit Ende der 1990er Jahre ist das Schloss in geteiltem Privatbesitz, und der Hauptbau steht teils ungenutzt. Andere Teile der Anlage wie der Witwenturm und die Schlosskirche sind saniert und werden für Ferienwohnungen, als Standesamt sowie für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Am Seeufer ist zudem eine Orangerie mit Restaurant und Blick auf den See und den kleinen Hafen entstanden.

Der Süße See selbst ist ein eigenes Ausflugsziel mit Bademöglichkeiten, Segeln, Surfen und Radwegen, und an seinen Hängen wird sogar Wein angebaut, denn die Region zählt zum Anbaugebiet Saale-Unstrut. Den Salzigen See gibt es übrigens nicht mehr, er wurde Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt. Mehr zu den Gewässern liest du auf unserer Seite zu den Seen im Mansfelder Land.

Welche Burgen und Schlösser liegen rund um Gerbstedt und Hettstedt?

Im Norden des Mansfelder Landes lohnen sich gleich mehrere Stopps:

  • Schloss Friedeburg liegt bei Gerbstedt hoch über der Saale und blickt auf eine lange wechselvolle Geschichte zurück. Die Gemeinde Gerbstedt zählte zum Jahresende 2025 rund 6.543 Einwohner.
  • Schloss beziehungsweise Burg Bornstedt, im Volksmund auch “Schweinsburg” genannt, ist heute eine Burgruine. Von hier hat man einen weiten Blick auf die “Pyramiden des Mansfelder Landes”, die markanten Spitzkegelhalden des Bergbaus, die bis zu rund 130 Meter hoch aufragen.
  • Das Humboldt-Schloss im Hettstedter Ortsteil Burgörner beherbergt das Mansfeld-Museum. Es zeigt unter anderem einen funktionsfähigen Nachbau der ersten Dampfmaschine wattscher Bauart auf dem europäischen Festland, die 1785 in Hettstedt in Betrieb ging. Die Industriegeschichte lässt sich hier hautnah erleben.

Wer das Thema Bergbau und Technik vertiefen möchte, sollte eine Fahrt mit der Mansfelder Bergwerksbahn einplanen, der ältesten betriebsfähigen Schmalspurbahn Deutschlands.

Wo wurde der Dichter Novalis geboren?

Der Frühromantiker Novalis, mit bürgerlichem Namen Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, kam am 2. Mai 1772 auf Schloss Oberwiederstedt zur Welt, das heute zur Stadt Arnstein gehört. Im Schloss befindet sich das Novalis-Museum, das Leben und Werk des Dichters gewidmet ist und einen ruhigen, literarisch geprägten Kontrapunkt zu den eher bergbaulich und adelig geprägten Stationen der Region bildet. Für Literaturfreundinnen und Literaturfreunde ist dieser Ort ein echtes Kleinod.

Wie lassen sich die Burgen zu einer Tour verbinden?

Die Schlösser liegen über das östliche Harzvorland verteilt, das den zentralen Teil des Landkreises Mansfeld-Südharz bildet. Mit rund 127.668 Einwohnern auf 1.449 Quadratkilometern ist die Region überschaubar, sodass sich mehrere Ziele an einem Tag erreichen lassen. Kreisstadt ist Sangerhausen. Zu Fuß und per Rad bieten sich der Lutherweg Sachsen-Anhalt mit rund 410 Kilometern Länge sowie der Kupferspuren-Radweg an, die kulturelle und industriegeschichtliche Stationen verbinden.

Eine gute Tagestour könnte etwa Schloss Mansfeld mit Luthers Spuren, das Humboldt-Schloss in Hettstedt und einen Stopp am Süßen See bei Seeburg kombinieren. Plane für Schloss- und Museumsbesuche genug Zeit ein und prüfe die aktuellen Öffnungszeiten und Preise vor dem Besuch bitte direkt beim jeweiligen Anbieter, da diese saisonal variieren können.

Was passt noch zum Ausflug?

Rund um die Burgen und Schlösser gibt es viel zu entdecken. In Sangerhausen lockt das Europa-Rosarium mit der weltweit größten Rosensammlung, in Eisleben das Spengler-Museum mit dem Skelett eines Altmammuts. Wer länger bleiben möchte, findet bei uns eine Übersicht der besten Hotels im Mansfelder Land. So wird aus dem Schlösserausflug ganz unkompliziert ein erholsames Wochenende zwischen Harz und Saale.

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