Wer Seen und Gewässer im Mansfelder Land sucht, landet fast zwangsläufig am Süßen See bei Seeburg. Er ist das größte natürliche Gewässer der Region und das beliebteste Ziel für alle, die im östlichen Harzvorland baden, segeln oder einfach am Ufer entspannen wollen. Drumherum gibt es aber noch mehr Wasser zu entdecken, samt einer kuriosen Geschichte über einen See, der heute schlicht verschwunden ist.
Was macht den Süßen See so besonders?
Der Süße See liegt rund acht Kilometer östlich von Eisleben bei Seeburg und misst etwa 250 Hektar. Mit einer Länge von rund 4,9 Kilometern ist er ein echter Blickfang in der ansonsten sanft hügeligen Landschaft. Bemerkenswert ist seine geringe Tiefe: Das Wasser erwärmt sich dadurch im Sommer angenehm schnell, was den See zu einem der attraktivsten Badegewässer in Sachsen-Anhalt macht.
Auf einer Halbinsel am Ostufer spiegelt sich das Seeburger Schloss im Wasser, ein Motiv, das man so schnell nicht vergisst. Rund um den See herrscht ein mildes Klima, in dem Obstbäume und sogar Weinreben gedeihen. Der nördliche Rand des Weinbaugebiets Saale-Unstrut reicht bis hierher, und wer eine Radtour mit Genuss verbinden möchte, ist hier goldrichtig.
Kann man im Süßen See baden und Wassersport machen?
Ja, und genau dafür ist der See bekannt. Mehrere Strandabschnitte rund ums Ufer laden zum Baden ein, dazu kommt eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur mit Campingmöglichkeiten. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der Süße See zu einem festen Naherholungsziel der Region entwickelt.
Wassersportler kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Segeln und Surfen gehören zu den klassischen Aktivitäten auf dem See, am Nordufer gibt es Anlegestellen für Segelboote und Badestege. Angeln ist mit entsprechender Erlaubnis möglich. Da die Badewasserqualität saisonal überwacht wird und sich Angebote ändern können, gilt: aktuelle Öffnungszeiten, Preise und Bedingungen bitte vor dem Besuch beim jeweiligen Anbieter oder der Gemeinde prüfen.
Was ist mit dem Salzigen See passiert?
Hier wird es spannend, denn der Süße See hatte einst einen großen Nachbarn: den Salzigen See. Dieser war sogar noch ausgedehnter, verschwand aber Ende des 19. Jahrhunderts. Durch den intensiven Kupferschieferbergbau, der die Region über rund 800 Jahre prägte, musste enorm viel Grubenwasser abgepumpt werden. In der Folge wurde der Salzige See trockengelegt und ist heute weitgehend Geschichte.
Diese Verbindung von Bergbau und Wasserlandschaft ist typisch für das Mansfelder Land. Wer mehr über die montane Vergangenheit erfahren möchte, findet sie unter anderem entlang der historischen Strecke der Mansfelder Bergwerksbahn oder im industriegeschichtlichen Erbe rund um Lutherstadt Eisleben und Hettstedt.
Welche Talsperren und Teiche gibt es noch?
Neben dem Süßen See ist die Region von kleineren Gewässern durchzogen. Im Übergangsbereich zum Südharz und im Umfeld der alten Bergbaureviere finden sich Talsperren und Teiche, die teils der Wasserwirtschaft dienen und teils als ruhige Naturoasen geschätzt werden. Sie sind weniger trubelig als der Süße See und eignen sich gut für Spaziergänge abseits der bekannten Pfade.
Wer eine Route plant, kombiniert die Gewässer am besten mit den Radwegen der Umgebung. Der Kupferspuren-Radweg führt durch das historische Bergbaugebiet, und auch der überregionale Lutherweg Sachsen-Anhalt verbindet auf seinen rund 410 Kilometern viele landschaftlich reizvolle Abschnitte. So lässt sich Natur mit Kultur sinnvoll verknüpfen.
Welche Rad- und Wanderwege führen rund um den See?
Ein gut ausgebauter Rundweg umschließt den Süßen See vollständig und lädt zum Wandern wie zum Radeln ein. Auf der überschaubaren Distanz bekommt man wechselnde Ausblicke aufs Wasser, vorbei an Weinhängen, Schilfzonen und dem Schloss Seeburg. Familien, Genussradler und Spaziergänger finden hier gleichermaßen eine entspannte Strecke.
Naturfreunde sollten dabei aufmerksam bleiben: Die Ufer- und Feuchtbereiche sind ökologisch wertvoll und stehen teils unter besonderem Schutz. Bitte auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, Brut- und Rastvögel nicht stören und Müll wieder mitnehmen. So bleibt der See als Lebensraum und Erholungsgebiet langfristig erhalten.
Wie plane ich einen Besuch am besten?
Der Süße See lässt sich gut als Tagesausflug erleben, etwa kombiniert mit einem Abstecher nach Eisleben oder einer Weinverkostung in der Saale-Unstrut-Region. Wer länger bleiben möchte, findet rund um Seeburg Übernachtungsmöglichkeiten, ergänzt durch weitere Hotels im Mansfelder Land.
Für die Anreise eignet sich das Auto, da das Seegebiet verkehrsgünstig zwischen Harz und Halle liegt. Plane je nach Saison genügend Zeit ein, denn an warmen Sommertagen ist der Süße See ein beliebtes Ziel. Aktuelle Informationen zu Strandbädern, Bootsverleih und Veranstaltungen erfährst du am zuverlässigsten direkt bei den örtlichen Anbietern und der Tourismusregion Mansfeld-Südharz.