Eisleben, offiziell Lutherstadt Eisleben, ist eine Stadt mit rund 22.225 Einwohnern im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, etwa 30 Kilometer westlich von Halle (Saale). Hier wurde Martin Luther am 10. November 1483 geboren, am Tag danach getauft, und hier starb er am 18. Februar 1546. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind Luthers Geburtshaus und Luthers Sterbehaus, die seit 1996 gemeinsam mit den Luthergedenkstätten in Wittenberg zum UNESCO-Welterbe gehören, dazu die Kirchen St. Petri-Pauli, St. Andreas und St. Annen. Damit ist Eisleben einer der bedeutendsten Orte der Reformation. Fast alles liegt in der mittelalterlich geprägten Altstadt nah beieinander und lässt sich an einem Tag zu Fuß entdecken, ganz auf den Spuren des Reformators.
Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt auf einen Blick
| Merkmal | Info |
|---|---|
| Bundesland | Sachsen-Anhalt |
| Landkreis | Mansfeld-Südharz (Kreisstadt ist Sangerhausen) |
| Einwohner | 22.225 (Stand 31.12.2025) |
| Postleitzahl | 06295 |
| Höhe | 114 Meter |
| Erste Erwähnung | 994, in einer Urkunde Kaiser Ottos III. mit Markt-, Münz- und Zollrecht |
| Namenszusatz „Lutherstadt“ | seit 1946, zum 400. Todestag Luthers |
| UNESCO-Welterbe | Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (seit 1996) |
Sehenswürdigkeiten: diese Orte in Eisleben solltest du entdecken
Luthers Geburtshaus
In der Lutherstraße 15 kam Martin Luther 1483 als Sohn von Hans und Margarethe Luder zur Welt. Schon im 17. Jahrhundert richteten die Eisleber hier ein Museum für Lutherpilger ein. Damit gilt das Geburtshaus als älteste museale Gedenkstätte im deutschsprachigen Raum, die einer einzelnen Person gewidmet ist. Nach dem Stadtbrand von 1689 wurde das Gebäude als Gedenkstätte wieder aufgebaut, seit 2007 ergänzt es ein moderner Neubau.
Die wichtigste Attraktion Eislebens zeigt in der Ausstellung „Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben“ über 250 Exponate, eine nachempfundene Wohnung der Familie Luder und viel zum Bergbau im Mansfelder Land, in dem Luthers Vater als Hüttenmeister arbeitete. Der Neubau ist barrierefrei, einige Räume im Obergeschoss des historischen Hauses erreichst du nur über Treppen.
Petri-Pauli-Kirche: hier wurde Luther getauft
Nur wenige Schritte vom Geburtshaus entfernt steht die Kirche St. Petri-Pauli. Hier wurde Martin Luther am 11. November 1483 getauft, dem Gedenktag des heiligen Martin, nach dem er seinen Vornamen erhielt. Für viele Besucher ist die Taufkirche deshalb die zweite Station nach dem Geburtshaus.
Andreaskirche: Ort der letzten Predigten Luthers
Die Andreaskirche, eine spätgotische Hallenkirche nahe dem Marktplatz, prägt mit ihren Türmen die Silhouette der Innenstadt. Hier hat Martin Luther seine letzten Predigten gehalten, im Februar 1546. Die letzte Predigt hielt er am 15. Februar, drei Tage vor seinem Tod. In der Kirche sind Grabmäler der Grafen von Mansfeld erhalten, die Kirchen der Altstadt nutzt bis heute die evangelische Gemeinde.
Luthers Sterbehaus
Direkt bei der Andreaskirche, am Andreaskirchplatz 7, liegt das Museum „Luthers Sterbehaus“. Luther war Anfang 1546 nach Eisleben gereist, um einen Streit der Mansfelder Grafen zu schlichten, und starb hier am 18. Februar 1546. Interessant: Das heutige Gebäude gilt erst seit 1726 als Sterbehaus. Das Haus, in dem Luther tatsächlich starb, stand am Markt 56 und wurde schon im 16. Jahrhundert abgerissen.
Die Ausstellung „Luthers letzter Weg“ erzählt von seinen letzten Tagen und davon, wie sich durch die Reformation der Umgang mit Sterben und Tod verändert hat. Dazu kommt 2026 die Mitmachausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“ zum Bauernkrieg, mehr zum Hintergrund im Artikel über den Bauernkrieg 1525.
Marktplatz, Rathaus und Lutherdenkmal
Mittelpunkt der Altstadt ist der Marktplatz mit dem Rathaus und dem Lutherdenkmal. Die Bronzefigur von Rudolf Siemering wurde 1883 zum 400. Geburtstag des Reformators enthüllt. Ein erstes steinernes Rathaus ist in Eisleben schon 1408 belegt. Von hier aus erreichst du alle Lutherstätten der Altstadt zu Fuß.
St. Annen und die Steinbilderbibel
Die Annenkirche steht auf einem Hügel in der Eisleber Neustadt, die Graf Albrecht IV. von Mansfeld 1511 für Bergleute gründete. Zur Kirche gehörte ein Augustiner-Eremiten-Kloster. Luther kam mehrmals: als Distriktsvikar des Augustinerordens 1515 und 1516 und noch einmal 1520. St. Annen wurde die erste evangelische Pfarrkirche der Grafschaft Mansfeld.
Eindrucksvoll ist die Steinbilderbibel: 29 Sandstein-Relieftafeln von 1585, geschaffen von Hans Thon Uttendrup im Auftrag von Gräfin Margareta. 23 davon zeigen Szenen aus dem Alten Testament. Sehenswert ist auch die Renaissance-Kanzel von 1608, die auf einer Mose-Figur ruht.
Kloster Helfta
Im Ortsteil Helfta am Stadtrand liegt das Kloster St. Marien zu Helfta. Die Zisterzienserinnen zogen 1258 unter Äbtissin Gertrud von Hackeborn hierher. Im 13. Jahrhundert wurde Helfta durch seine Mystikerinnen bekannt, darunter Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta. 1546 wurde das Kloster aufgelöst, seit 1999 leben dort wieder Ordensfrauen. Kirche und Gelände sind ein ruhiger Gegenpol zur Altstadt.
Eisleber Wiesenmarkt
Der Eisleber Wiesenmarkt geht auf das Jahr 1521 zurück und gilt als größtes Volksfest Mitteldeutschlands. Gefeiert wird jedes Jahr im September. 2026 lief die große Wiese laut Veranstaltungskalendern vom 18. bis 21. September mit Festumzug am Samstag, die „Kleine Wiese“ folgte eine Woche später. Die Termine für 2027 findest du rechtzeitig in unserem Veranstaltungskalender. Wer zur Wiese anreist, sollte die Unterkunft früh buchen.
Öffnungszeiten und Eintritt: Luthers Geburts- und Sterbehaus
Beide Eisleber Museen gehören zur Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Seit dem 1. April 2026 gelten ganzjährig dieselben Öffnungszeiten:
| Museum | Adresse | Öffnungszeiten | Eintritt |
|---|---|---|---|
| Luthers Geburtshaus | Lutherstraße 15 | Di–So 10–17 Uhr, Mo geschlossen | 5 €, ermäßigt 2,50 € |
| Luthers Sterbehaus | Andreaskirchplatz 7 | Di–So 10–17 Uhr, Mo geschlossen | 5 €, ermäßigt 2,50 € |
| Luthers Elternhaus (Mansfeld) | Lutherstraße 29, Mansfeld | täglich 10–17 Uhr | im Kombiticket enthalten |
Tickets im Überblick:
- Kombiticket Geburtshaus und Sterbehaus: 8 €
- Kombiticket „Mansfelder Land“ (Geburts-, Sterbe- und Elternhaus): 10 €
- Familienticket für ein Haus: 10 €, Familien-Kombiticket „Mansfelder Land“: 25 €
- Gruppen ab 10 Personen: 4 € pro Person
- Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt, die Kombitickets gelten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.
An Feiertagen sind die Häuser geöffnet, auch an Ostermontag und Pfingstmontag. Geschlossen sind sie am 24., 25. Dezember und 1. Januar, das Geburtshaus zusätzlich am 26. und 31. Dezember. Öffentliche Führungen gibt es samstags um 14:30 Uhr für 3 €, abwechselnd im Geburts- und im Sterbehaus. Reservierungen nimmt das Servicebüro der LutherMuseen unter 03491 4203 171 entgegen.
Stand: 20. Oktober 2026 laut luthermuseen.de, ohne Gewähr. Vor dem Besuch bitte auf der Website der Stiftung prüfen.
Tipps und Aktivitäten: Eisleben an einem Tag
- Vormittag: Start im Geburtshaus, danach die wenigen Schritte zur Taufkirche St. Petri-Pauli.
- Mittag: Durch die Altstadt zum Marktplatz mit Lutherdenkmal und Rathaus, danach Mittagspause in der Innenstadt.
- Früher Nachmittag: St. Andreas, der Ort der letzten Predigten, dann nebenan ins Sterbehaus.
- Später Nachmittag: Hinauf in die Neustadt zur Annenkirche mit der Steinbilderbibel oder ein Abstecher zum Kloster Helfta.
Unser Tipp: Kauf das Kombiticket „Mansfelder Land“ für 10 €. Es gilt zwei Tage, so kannst du am zweiten Tag in die Lutherstadt Mansfeld fahren, wo Luther seine Kindheit verbrachte und das Elternhaus sowie Schloss Mansfeld warten. Plane den Besuch nicht auf einen Montag, dann sind beide Eisleber Museen zu.
Anreise nach Eisleben
- Mit dem Zug: Der Bahnhof Lutherstadt Eisleben liegt an der Regionalstrecke Halle (Saale)–Kassel.
- Mit dem Auto: Über die Südharzautobahn A38, Ausfahrt Eisleben, oder über die Bundesstraßen B80 und B180. Städtische Parkplätze gibt es in der Nähe der Museen.
- Mit dem Bus: Regionale Linien betreibt die VGS Südharzlinie.
Übernachten in Eisleben
In der Altstadt und am Stadtrand gibt es Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, viele in Gehweite zu den Lutherhäusern. Einen Überblick nach Anlass und Region findest du in unserem Ratgeber Hotels im Mansfelder Land. Freie Zimmer mit tagesaktuellen Preisen zeigt die Karte unten. Wer Badeurlaub mit Kultur verbinden will, wohnt am Süßen See im Seegebiet östlich von Eisleben.
Ausflüge, Wandern und Pilgern rund um Eisleben
Wer pilgern oder wandern möchte, folgt dem Lutherweg, der durch Sachsen-Anhalt auch durch Eisleben und Mansfeld führt und Stätten aus Luthers Leben und Wirken verbindet. Weitere Ziele in der Nähe:
- Lutherstadt Mansfeld: Luthers Elternhaus und Schloss Mansfeld
- Reformation im Mansfelder Land: alle Luther-Orte der Region im Überblick
- Mansfelder Bergwerksbahn: historische Schmalspurbahn durch das alte Kupferrevier
- Kirchen und Klöster im Mansfelder Land: weitere Kirchen und Klöster der Region
- Lutherstadt Wittenberg an der Elbe: der zweite Teil des Welterbes, gut mit dem Auto erreichbar
Führungen, Tickets und Erlebnisse in der Region findest du auch auf GetYourGuide.
Häufige Fragen zu Eisleben
Warum heißt Eisleben Lutherstadt?
Weil Martin Luther hier geboren wurde und starb. Den Namenszusatz „Lutherstadt“ trägt Eisleben seit 1946, dem 400. Todesjahr des Reformators.
Wie alt ist Eisleben?
Eisleben wird 994 erstmals erwähnt. Kaiser Otto III. bestätigte damals das Markt-, Münz- und Zollrecht des Ortes. Als Stadt ist Eisleben seit dem 12. Jahrhundert belegt.
In welchem Bundesland und Landkreis liegt Eisleben?
Eisleben liegt in Sachsen-Anhalt im Landkreis Mansfeld-Südharz, rund 30 Kilometer westlich von Halle (Saale) zwischen Harz und Saale.
Welche Postleitzahl hat Eisleben?
Die Lutherstadt Eisleben hat die Postleitzahl 06295.
Wann ist der Eisleber Wiesenmarkt?
Traditionell im September, meist mit einem langen Festwochenende und der „Kleinen Wiese“ eine Woche später. 2026 lag die große Wiese vom 18. bis 21. September.
Wie viel Zeit brauche ich für Eisleben?
Für Geburtshaus, Sterbehaus, Kirchen und Altstadt reicht ein Tag. Mit Mansfeld und Kloster Helfta lohnen sich zwei Tage, passend zur Gültigkeit des Kombitickets.
Hotel-Karte
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