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Geheimtipps im Mansfelder Land abseits der Wege

Geheimtipps im Mansfelder Land: Burgruine Bornstedt, Novalis-Schloss Oberwiederstedt, Halden-Aussichten, stille Dorfkirchen und Seeufer-Plätze entdecken.

Foto: Jwaller / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Geheimtipps im Mansfelder Land findest du selten in den großen Reiseführern, denn die schönsten Ecken liegen genau dort, wo der Trubel aufhört. Zwischen Harz und Halle, im östlichen Harzvorland, warten Burgruinen mit Weitblick, das Geburtshaus eines Dichters, bewaldete Bergbauhalden und stille Seeufer auf dich. Wir zeigen dir, welche weniger bekannten Orte sich für einen ruhigen Ausflugstag wirklich lohnen.

Warum lohnt sich die Burgruine Bornstedt für einen Ausflug?

Die Burgruine Bornstedt, im Volksmund “Schweinsburg” genannt, thront auf einer Höhe des Hornburger Sattels östlich des Ortes Bornstedt. Die Anlage gehört zu den ältesten der Region: Schon um 880 taucht sie als “Brunstediburg” im Hersfelder Zehntverzeichnis auf, und von 1301 bis 1780 war sie im Besitz der Grafen von Mansfeld. Erhalten sind heute der Bergfried, Reste der Ringmauer und ein Torbogen.

Der eigentliche Grund, hierherzukommen, ist aber der Blick. Von der Höhe schweift der Blick weit über den östlichen Harzrand, und bei klarem Wetter erkennst du in der Ferne die berühmten “Pyramiden des Mansfelder Landes”. Diese kegelförmigen Spitzkegelhalden sind die Hinterlassenschaft des jahrhundertelangen Kupferschieferbergbaus. Du erreichst die Ruine in wenigen Minuten zu Fuß vom Ort aus. Tipp: Pack ein Fernglas und eine Brotzeit ein, denn Sitzgelegenheiten und Schatten sind oben rar.

Was macht das Novalis-Schloss Oberwiederstedt besonders?

Im Ortsteil Oberwiederstedt der Stadt Arnstein steht ein stilles Renaissance-Schloss mit großer literarischer Bedeutung. Hier wurde am 2. Mai 1772 Georg Philipp Friedrich von Hardenberg geboren, der unter dem Namen Novalis zum wichtigsten Dichter der deutschen Frühromantik wurde. Die Familie von Hardenberg hatte das Anwesen, dessen Vorgängerbau ein Kloster war, zu einem Schloss umgebaut.

Heute beherbergt das Schloss die Forschungsstätte für Frühromantik und das Novalis-Museum. Dass es das Haus überhaupt noch gibt, ist einer Bürgerinitiative zu verdanken, die sich 1988 gegen die Abrisspläne stellte, nachdem das Gebäude zuvor verfallen war. Zum 250. Geburtstag von Novalis wurde das Geburtshaus 2022 umfassend modernisiert wiedereröffnet. Wer gern in Ruhe durch einen historischen Schlosspark schlendert und sich für Literatur und Romantik interessiert, ist hier genau richtig. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise prüfst du bitte vor dem Besuch direkt beim Anbieter.

Wo hast du die beste Aussicht über die Bergbauhalden?

Die “Pyramiden” prägen die Silhouette des Mansfelder Landes bis heute. Diese Spitzkegelhalden, manche bis zu rund 130 Meter hoch, erinnern an die rund 800 Jahre Kupferschieferbergbau, der erst am 10. August 1990 endgültig stillgelegt wurde. Viele der Halden sind inzwischen bewaldet oder begrünt und Teil der Landschaft geworden.

Für Aussichten gibt es gleich mehrere Möglichkeiten: Schon von der Burgruine Bornstedt siehst du die markanten Kegel. Wer die Industriegeschichte hautnah erleben will, kombiniert den Ausflug mit einer Fahrt der Mansfelder Bergwerksbahn, der ältesten betriebsfähigen Schmalspurbahn Deutschlands, die seit 1880 zwischen Benndorf und Hettstedt verkehrt. Bitte beachte: Manche Halden sind aus Sicherheitsgründen nicht frei begehbar. Halte dich an ausgewiesene Wege und respektiere Absperrungen.

Welche kleinen Dorfkirchen lohnen einen Stopp?

Abseits der bekannten Luther-Stätten in Lutherstadt Eisleben verstecken sich im Mansfelder Land zahlreiche kleine Dorfkirchen, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Sie stehen oft erhöht im Ortskern, prägen das Landschaftsbild mit ihren Türmen und erzählen vom Wohlstand, den der Kupferbergbau einst in die Region brachte.

Ein guter roter Faden für Kirchenfreunde ist der Lutherweg Sachsen-Anhalt, der auf rund 410 Kilometern die wichtigsten Reformationsorte verbindet und dabei auch an manch unscheinbarer Dorfkirche vorbeiführt. Plane solche Stopps am besten spontan ein, denn viele kleine Kirchen sind nicht durchgehend geöffnet. Ob Schlüssel beim Pfarramt oder feste Besuchszeiten gelten, erfährst du am verlässlichsten direkt in der jeweiligen Gemeinde. So wird aus einer Radtour entlang des Kupferspuren-Radwegs schnell eine kleine Entdeckungsreise.

Wo findest du ruhige Plätze am Seeufer?

Wer es lieber am Wasser mag, fährt zum Süßen See bei Seeburg. Mit rund 250 Hektar Fläche und etwa 4,9 Kilometern Länge ist er das größte natürliche Gewässer der Region. Anders als sein Nachbar, der Salzige See, der Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt wurde, ist der Süße See bis heute ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden, Segeln und Surfen.

Während die bekannten Strandbereiche an warmen Wochenenden gut besucht sind, findest du an den Uferradwegen und in den ruhigeren Buchten oft noch ein stilles Plätzchen für eine Pause. Rund um den See wird sogar Wein angebaut, denn die Gegend gehört zum Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Eine Wanderung am Ufer, ein Picknick im Schatten und der Blick übers Wasser machen den See zu einem entspannten Gegenpol zu den höher gelegenen Burgen und Halden.

So planst du deinen Ausflug abseits der Wege

Die schönste Art, das Mansfelder Land zu entdecken, ist die Kombination: vormittags eine Burgruine mit Weitblick, mittags ein Picknick am Süßen See und nachmittags ein Schloss oder eine kleine Dorfkirche. Die Wege zwischen den Orten sind kurz, und gerade die unscheinbaren Ziele machen den besonderen Reiz aus. Wenn du eine Übernachtung brauchst, findest du in unserer Übersicht der besten Hotels im Mansfelder Land passende Unterkünfte als Basislager für deine Touren. Aktuelle Öffnungszeiten und Preise der Museen und Anbieter prüfst du am besten kurz vor der Abfahrt, dann steht einem ruhigen Entdeckertag nichts im Weg.

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