Natur & Seen

Natur und Landschaft im Mansfelder Land

Natur im Mansfelder Land: östliches Harzvorland, der Süße See bei Seeburg, renaturierte Bergbauhalden und Wandern auf dem Lutherweg. Ihr Überblick.

Foto: Franzfoto / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Die Natur im Mansfelder Land ist eine spannende Mischung: sanfte Hügel im östlichen Harzvorland, ein warmer Badesee mit Weinbergen ringsum und eine vom 800-jährigen Kupferschieferbergbau geprägte Landschaft, die sich heute Stück für Stück zurückerobert. Wer hier wandert oder Rad fährt, erlebt Mitteldeutschland von einer ruhigen, abwechslungsreichen Seite. In diesem Überblick zeigen wir Ihnen die schönsten Naturräume zwischen Harz und Halle.

Gibt es im Mansfelder Land einen offiziellen Naturpark?

Vorab eine ehrliche Einordnung, weil die Frage oft gestellt wird: Das Mansfelder Land selbst ist kein eigenständiger, amtlich ausgewiesener Naturpark. Es ist eine Kulturlandschaft im Südwesten Sachsen-Anhalts und bildet den zentralen Teil des 2007 gegründeten Landkreises Mansfeld-Südharz (rund 127.668 Einwohner, etwa 1.449 km²), dessen Kreisstadt Sangerhausen ist. Der Begriff “Naturpark” wird umgangssprachlich gern für die reizvollen Natur- und Erholungsräume der Region verwendet, ist aber kein offizieller Schutzgebietsstatus für das Mansfelder Land als Ganzes. Wer auf konkrete Schutzgebiete und deren Grenzen Wert legt, sollte tagesaktuelle Angaben bei den zuständigen Behörden oder der regionalen Tourismusstelle prüfen.

Wie sieht die Landschaft im östlichen Harzvorland aus?

Das Mansfelder Land liegt im Übergangsbereich zwischen dem Harz im Westen und der Saale-Stadt Halle im Osten. Diese Lage im östlichen Harzvorland sorgt für ein vergleichsweise mildes, niederschlagsarmes Klima und eine Landschaft aus weiten Feldern, Hügelketten, Bachtälern und kleinen Wäldern. Über allem thront die Erinnerung an den Bergbau: Die markanten Spitzkegelhalden, im Volksmund “Pyramiden des Mansfelder Landes” genannt, ragen bis zu rund 130 Meter auf und sind weithin sichtbare Landmarken. Von der Burgruine Bornstedt, der sogenannten “Schweinsburg”, hat man einen schönen Blick auf diese Pyramiden.

Verkehrlich ist die Region gut erschlossen, ohne überlaufen zu sein. Im Norden verläuft die A36, im Süden die A38, und Eisleben liegt dazwischen, angebunden über die B180. Wer mit der Bahn anreist, findet den Bahnhof Lutherstadt Eisleben an der Strecke Halle-Kassel.

Was macht den Süßen See bei Seeburg besonders?

Der Süße See bei Seeburg ist das größte natürliche Gewässer der Region. Mit rund 250 Hektar Fläche und einer Länge von etwa 4,9 Kilometern ist er das Herzstück für Wassersport und Erholung im Mansfelder Land. Baden, Segeln und Surfen gehören hier ebenso dazu wie Radwege rund ums Ufer. Eine Besonderheit sind die Weinberge: Der See liegt am nördlichen Rand des Weinbaugebiets Saale-Unstrut, sodass sich Wasser und Reben zu einer fast südländischen Kulisse verbinden.

Sein Nachbar, der Salzige See, wurde übrigens Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt, ein Eingriff, der eng mit der Bergbaugeschichte zusammenhängt. Mehr zu Baden, Wassersport und den Orten am Wasser lesen Sie auf unserer Seite zum Seegebiet Mansfelder Land. Aktuelle Öffnungszeiten und Preise von Strandbädern oder Bootsverleihen prüfen Sie bitte vor dem Besuch direkt beim jeweiligen Anbieter.

Wie verändern sich die alten Bergbauhalden?

Der Kupferschieferbergbau prägte das Mansfelder Land rund 800 Jahre lang, von den sagenhaften Anfängen um Nappian und Neucke um 1200 bei Hettstedt bis zur Stilllegung am 10. August 1990. Zurück blieben die Spitzkegelhalden, die heute ein zwiespältiges, aber faszinierendes Erbe darstellen. Was einst kahler Abraum war, wird vielerorts von der Natur zurückerobert: Auf den nährstoffarmen, oft trockenwarmen Standorten siedeln sich spezialisierte Pflanzen an, und die Halden werden zu eigenen Lebensräumen.

Die Renaturierung und Begrünung solcher Bergbauflächen ist ein langsamer, vielschichtiger Prozess. Manche Halden sind heute zugänglich und in Wander- oder Lehrpfade eingebunden, andere bleiben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wer die industriegeschichtliche Seite erleben möchte, kann das auf der historischen Mansfelder Bergwerksbahn tun, der ältesten betriebsfähigen Schmalspurbahn Deutschlands. Bitte halten Sie sich an Beschilderungen und betreten Sie keine abgesperrten Bereiche.

Wandern und Radfahren: Wo führen die schönsten Wege entlang?

Für Wanderer ist der Lutherweg Sachsen-Anhalt das prägende Routennetz. Auf rund 410 Kilometern verbindet er die Wirkungsstätten der Reformation, und das Mansfelder Land mit seinen Lutherstädten liegt mittendrin. Hier verknüpfen sich Natur und Geschichte besonders dicht: Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren, verbrachte Kindheit und Schulzeit in Mansfeld und starb am 18. Februar 1546 wieder in Eisleben. Wer auf dem Lutherweg unterwegs ist, kommt an Orten vorbei, die seit 1996 zum UNESCO-Welterbe zählen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Lutherstadt Eisleben.

Radfahrer schätzen den Kupferspuren-Radweg, der die Bergbaugeschichte mit der Landschaft verbindet und an Halden, Schächten und historischen Orten entlangführt. Rund um den Süßen See laden zudem flache Uferradwege zu entspannten Touren ein. Wer Sangerhausen ansteuert, sollte das Europa-Rosarium einplanen, die größte Rosensammlung der Welt, 1903 gegründet, sowie das Spengler-Museum mit dem Skelett eines Steppenmammuts. Praktische Hinweise zur Kreisstadt bündeln wir auf der Seite zu Sangerhausen. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Museen und Gärten prüfen Sie bitte vor dem Besuch beim Anbieter.

Ob Halden-Pyramiden, Badesee oder Pilgerpfad: Die Natur im Mansfelder Land belohnt vor allem die, die sich Zeit nehmen und genauer hinschauen.

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