Hintergrund

Die Wirtschaft des Mansfelder Landes im Wandel

Wie sich die Wirtschaft im Mansfelder Land vom Kupferschieferbergbau zur Nichteisen-Metallurgie, zum Tourismus und zur Landwirtschaft gewandelt hat.

Die Wirtschaft im Mansfelder Land hat in den vergangenen Jahrzehnten einen tiefgreifenden Strukturwandel durchlaufen. Über rund 800 Jahre prägte der Kupferschieferbergbau diese Kulturlandschaft im südwestlichen Sachsen-Anhalt zwischen Harz und Halle (Saale). Mit der Stilllegung am 10. August 1990 endete eine Ära, und die Region musste sich wirtschaftlich neu erfinden.

Was bedeutete der Kupferbergbau für die Region?

Der Kupferschieferbergbau war über Jahrhunderte das wirtschaftliche Rückgrat des Mansfelder Landes. Der Sage nach entdeckten die Bergleute Nappian und Neucke um das Jahr 1200 bei Hettstedt den begehrten Kupferschiefer. Daraus entwickelte sich ein Bergbau- und Hüttenwesen, das später in der Mansfeld AG und zu DDR-Zeiten im Mansfeld-Kombinat organisiert war.

Bis heute sichtbare Zeugnisse dieser Zeit sind die markanten Spitzkegelhalden, die wegen ihrer Form auch “Pyramiden des Mansfelder Landes” genannt werden und bis zu rund 130 Meter hoch aufragen. Sie prägen die Silhouette der Landschaft und sind ein unverwechselbares Wahrzeichen der Industriegeschichte.

Welche Industrie gibt es heute in Hettstedt?

Hettstedt steht beispielhaft für den industriellen Übergang. Die Stadt mit rund 12.626 Einwohnern (Stand 31.12.2025) blickt auf eine lange Tradition der Metallverarbeitung zurück, die mit dem Ende des Bergbaus nicht verschwand, sondern sich in Richtung Nichteisen-Metallurgie weiterentwickelte. Die Verarbeitung von Kupfer und anderen Nichteisen-Metallen knüpft damit an das jahrhundertealte Know-how der Region an.

Schon früh war Hettstedt ein Ort technischer Pionierleistungen: Hier ging 1785 die erste Dampfmaschine wattscher Bauart auf dem europäischen Festland in Betrieb. Einen funktionsfähigen Nachbau dieser Maschine zeigt heute das Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss im Ortsteil Burgörner. Genaue Öffnungszeiten und Eintrittspreise prüfen Sie bitte vor dem Besuch direkt beim Anbieter.

Wie wurde aus Industriegeschichte ein Tourismusangebot?

Ein zweites Standbein der regionalen Wirtschaft ist der Tourismus, der die reiche Geschichte des Mansfelder Landes erlebbar macht. Die Industriekultur selbst ist dabei zur Attraktion geworden. Die Mansfelder Bergwerksbahn gilt als älteste betriebsfähige Schmalspurbahn Deutschlands. Ihr Netz mit der Spurweite 750 Millimeter besteht seit dem 15. November 1880; befahrbar sind heute rund 11 Kilometer zwischen Benndorf und Hettstedt, die als Dampf-Museumsbahn betrieben werden.

Einen kulturellen Schwerpunkt bildet das Erbe Martin Luthers. Der Reformator wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren und starb dort am 18. Februar 1546; seine Kindheit verbrachte er in Mansfeld. Die Luthergedenkstätten zählen seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Dazu gehören sein Geburts- und Sterbehaus, die St.-Andreas-Kirche mit Luthers letzten Predigten vom Februar 1546 sowie das Elternhaus und das Schloss in der Lutherstadt Mansfeld. Pilger und Wanderer erreichen viele dieser Orte über den rund 410 Kilometer langen Lutherweg Sachsen-Anhalt.

Auch die Natur lockt Gäste an. Der Süße See bei Seeburg ist mit rund 250 Hektar Fläche und etwa 4,9 Kilometern Länge das größte natürliche Gewässer der Region. Baden, Segeln, Surfen, Radwege und Weinbau im Anbaugebiet Saale-Unstrut machen ihn zu einem beliebten Ausflugsziel.

Welche Rolle spielt die Landwirtschaft?

Neben Industrie und Tourismus ist die Landwirtschaft fest in der Region verankert. Die fruchtbaren Böden des östlichen Harzvorlands bieten gute Bedingungen für den Ackerbau, und entlang des Süßen Sees wird sogar Wein angebaut. Damit reiht sich das Mansfelder Land in das Weinbaugebiet Saale-Unstrut ein, eines der nördlichsten Anbaugebiete Deutschlands. Diese Mischung aus Feldwirtschaft und Sonderkulturen verleiht der ländlich geprägten Wirtschaftsstruktur Stabilität.

Welche weiteren Ziele machen die Region wirtschaftlich attraktiv?

Über die Industriestandorte hinaus verfügt das Mansfelder Land über Anziehungspunkte, die Besucher und damit Kaufkraft in die Region bringen. In Sangerhausen, der Kreisstadt des Landkreises Mansfeld-Südharz, befindet sich das Europa-Rosarium, die größte Rosensammlung der Welt. Es wurde 1903 gegründet und zeigt eine sehr große Zahl an Sorten und Pflanzen; aktuelle Angaben und Besuchsinformationen finden Sie über europa-rosarium.de. Das Spengler-Museum in Sangerhausen wiederum bewahrt das Skelett eines Steppenmammuts (Mammuthus trogontherii).

Ein traditionsreicher Wirtschaftsfaktor ist der Eisleber Wiesenmarkt, der seit 1521 stattfindet und als größtes Volksfest Mitteldeutschlands gilt. Er wird jährlich am dritten Septemberwochenende gefeiert und zieht zahlreiche Gäste an. Hinzu kommen kulturhistorische Ziele wie das Novalis-Museum auf Schloss Oberwiederstedt, das an den 1772 geborenen Dichter Novalis erinnert, sowie Schloss Bornstedt und Schloss Friedeburg bei Gerbstedt.

Ein Fazit zum Strukturwandel

Das Mansfelder Land zeigt, wie eine vom Bergbau geprägte Region nach 1990 neue Wege gefunden hat. Die Nichteisen-Metallurgie führt das metallverarbeitende Erbe in Hettstedt fort, während Tourismus und Landwirtschaft zusätzliche Standbeine bilden. Wer die Region besucht, findet eine spannende Verbindung aus Industriegeschichte, Reformationserbe und Natur. Für die Übernachtung lohnt sich ein Blick auf die Hotels im Mansfelder Land. Aktuelle Öffnungszeiten und Preise einzelner Anbieter prüfen Sie bitte jeweils vor dem Besuch direkt vor Ort.

← Zurück zum Magazin

adsenseEnabled && ( )